Von Lebensperspektiven, Eigenverantwortung und Selbständigkeit

© Hof/Bistum Trier

Wir verbringen die Erfahrungswoche  in der Stadt Cobija im Norden Boliviens. Von der Stadt Brasiliea wird Cobija lediglich durch den Fluss Acre getrennt. Dominik Abel und Dolmetscher Simon Wirbel wohnen als Gäste von Padre Juan Elias Ciripi Luricy, zugleich Direktor der Caritas von Pando, im Pfarrhaus der Pfarrei Nuestra Senora del Pilar in Cobija. Monique Scheer und Christoph Hof kommen bei Omar Vargas Vilche und seiner Familie in Brasileia unter.  Omar Vargas Vilche ist Geschäftsführer der Caritas in Pando. Er war bei der Begegnungsreise 2014 Gast im Dekanat Remagen-Brohltal im Bistum Trier.

Am Nachmittag fahren wir 40 Kilometer von Cobija nach Porvenir in die Gemeinde Inmaculada Concepcion. Wir treffen die dortige Jugendgruppe mit ihrem Pastor Padre Luis Guardia Tanaca. Die beiden Gruppenleiter Sintia, 17 Jahre, und Elias, 15 Jahre, begrüßen uns. Die Jugendlichen stellen sich vor:  Alle gehen zur Schule und wohnen zuhause. Eine der jungen Frauen studiert in Cobija Medizin. Die Gruppe trifft sich jeden Freitag zur Gruppenstunde und einmal monatlich zu einem Besinnungstag.

Perspektiven entwickeln in der Jugendgruppe

Omar Vargas Vilche beschreibt die Wirkung der Gruppe für die Jugendlichen so:  „In der Gruppe reden die Jugendlichen über ihr Leben, ihre Träume und Wünsche. Sie erkennen, dass es gut ist, nicht jetzt schon mit 15 oder 16 Jahren zu heiraten  oder ein Kind zu bekommen. Das passiert ansonsten leider viel zu oft. Die Jugendlichen hier wollen erst studieren und einen Beruf ergreifen. Die Jugendgruppe hilft ihnen, über ihre Zukunft nachzudenken, eine Vision für ihr Leben zu entwickeln, und entsprechend zu handeln. “

Perspektiven entwickeln, Eigenverantwortung lernen und selbständig werden  – das sind auch Ziele eines Projektes der Caritas Pando, bei dem sich Jugendliche aus der Gruppe engagieren. Im Projekt lernen sie und Erwachsene aus Porvenir in dafür errichteten einfachen Gewächshäusern, nachhaltigen Gartenbau zu betreiben. Die Teilnehmer des Projektes werden von den Mitarbeitern der Caritas Pando im Umgang und der Pflege von Bohnen, Kohl, Zwiebeln und Salat und anderen Gemüsesorten geschult. Einige werden zu Multiplikatoren ausgebildet, die andere dabei unterstützen können, sich selbst mit dem zu versorgen, was zum Leben nötig ist.

Briefe von den deutschen Firmlingen

© Hof/Bistum Trier

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Nach einem gemeinsamen Abendessen endet der Besuch in Porvenir mit einem schönen Zeichen der Verbundenheit von bolivianischen und deutschen Jugendlichen. Die Firmbewerberinnen und Firmbewerber aus der Pfarreiengemeinschaft Brohltal im Bistum Trier hatten Grüße und Wünsche für die bolivianischen Jugendlichen aufgeschrieben. Die Bolivianer sind neugierig, was ihre Altersgenossen schreiben und lassen sich die Zettel gespannt übersetzen. Und irgendwie treffen sich die Wünsche und Hoffnungen der Jugendlichen aus Bolivien und Deutschland: einen Beruf zu erlernen, der eine Familie ernähren kann, und in einer Gemeinschaft zu leben, die glückt, dass das Leben gelinge und der Segen Gottes die Jugendlichen begleite. Das wäre schön.

Von Christoph Hof, Pastoralreferent im Dekanat Remagen-Brohltal im Bistum Trier

Über die Reise

Vom 15. Juli bis 6. August reist eine 26-köpfige Gruppe aus den Bistümern Hildesheim und Trier durch Bolivien. Beide Diözesen unterhalten eine langjährige Partnerschaft mit dem Land. Auf dem Reiseprogramm stehen unter anderem Begegnungen mit den bolivianischen Partnern und eine Exposure-Woche, in der die Reisenden bei Gastfamilien wohnen und Projekte besuchen.

Mehr Infos zur Bolivien-Partnerschaft der beiden Bistümer unter:
http://www.bolivienpartnerschaft.bistum-trier.de
https://www.bistum-hildesheim.de/kirche-gesellschaft/weltkirche/bolivien/

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