Für ein Jahr nach Bolivien?

Barbara Ladenburger © Privat

Kennen Sie das, wenn etwas völlig Neues vor Ihnen liegt?  Um seine Unsicherheit in den Griff zu bekommen, versucht man vorher jedes Detail zu planen. In dieser Situation befinde ich mich gerade …

Ich heiße Barbara Ladenburger, bin 18 Jahre alt und habe im Juli die Schule beendet. Ich spiele Klarinette, fotografiere gerne und treibe Sport. Ich lebe mit meinen Eltern und Schwestern in Brüssel.

Schon seit langem habe ich den Wunsch, nach der Schule einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen. Ein Jahr in eine fremde Kultur eintauchen, mich etwas Neues trauen und auch mal an meine Grenzen kommen. Doch hauptsächlich möchte ich mich sozial betätigen, Menschen helfen und ihnen ein Jahr lang meine Zeit und Kraft schenken.

Dies werde ich mit den Salesianern Don Boscos in Bolivien versuchen. Die Spiritualität und Pädagogik des Ordensgründers Johannes Bosco haben mich sehr beeindruckt und mich für einen Freiwilligendienst mit dem Salesianerorden entscheiden lassen.

Das Hogar in Santa Cruz de la Sierra: „la casa de la alegria“ – mein Einsatzort

Um genauer zu sein: Ich werde im Don Bosco Hogar in Santa Cruz de la Sierra in Bolivien arbeiten. In diesem Heim leben ungefähr 180 Jungen im Alter zwischen 6 und 16 Jahren. Oftmals haben sie keine Eltern mehr, haben Tage, Wochen oder Monate auf der Straße gelebt, oder sind in ihrem Alltag zu Hause sehr stark mit Gewalt konfrontiert worden.

Im Hogar können sie zur Schule gehen, bekommen zu Essen und das Wichtigste: Sie haben ein Dach über dem Kopf. Zusammen mit den Erziehern und den Salesianern arbeiten wir, die Don Bosco Volontäre, jeden Tag mit den Kindern. Wir sind für die Jungs alles in einem: Ansprechperson, Ratgeber und große Schwestern und Brüder.

Mein Einsatzort: Das Hogar in Santa Cruz de la Sierra © Clara Seifert

Mein Einsatzort: Das Hogar in Santa Cruz de la Sierra © Clara Seifert

Die Spannung steigt

In ungefähr zwei Wochen beginnt die große Reise. Langsam aber sicher steigt die Spannung. Monatelange Vorbereitungen mit Seminarbesuchen gehen nun auf ihr Ziel zu. Ich darf endlich in den Flieger steigen und freue mich schon sehr auf die kommende Zeit.

Ebenso vermischt sich mit meiner Vorfreude auch die Angst. Denn es ist nicht nur ein Abenteuer, sondern  zugleich  eine Reise ins Ungewisse. Ich weiß nicht, was  mich in Bolivien erwarten wird. Die Möglichkeit, dass ich mich dort gar nicht wohlfühlen könnte, bereitet mir Sorge.

Doch das Jahr birgt auch viele Chancen: Ich muss selbständiger werden, den Alltag in einer anderen Sprache meistern und für Kinder sorgen, die so viel Schwereres erlebt haben als ich. Hoffentlich werde ich an diesen Erfahrungen wachsen. Nun habe ich mich lange vorbereitet, viele Details geplant und möchte mit Gottvertrauen das Neue auf mich zukommen lassen.

Am 3. September startet das Abenteuer. Ich werde mich auch weiterhin aus Bolivien melden und von meiner Zeit dort berichten.

Von Barbara Ladenburger

Ankündigung:

Im Weltkirche-Blog finden Sie ab September weitere Berichte von Barbara Ladenburger aus Bolivien. Neuigkeiten von ihr können Sie auch im Blog der Don Bosco Mission lesen unter https://blogs.strassenkinder.de/baerbelinbolivia/

 

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