Kundschafter in Südafrika

Treffen von Vertretern der Gemeinden und Gemeinschaften aus der Region Aliwal. © Bistum Speyer

Kaum ist die eine Kundschafter-Reise beendet, folgt schon die nächste! Nach den tollen Berichten von den Philippinen begleiten wir nun Kundschafter aus dem Bistum Speyer nach Südafrika. Sie werden vor allem im Bistum Aliwal unterwegs sein und dort auch Kleine Christliche Gemeinschaften besuchen. Das Bistum Aliwal liegt im Zentrum Südafrikas, 1.000 Kilometer von Kapstadt und 650 Kilometer von Johannesburg entfernt und umfasst 31.200 Quadratkilometer (fast so große wie Baden-Württemberg). Von den rund 300.000 Bewohnern sind nur rund 16.000 Katholiken, die sich auf 59 Gottesdienstorte aufteilen. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört der anglikanischen Kirche oder protestantischen Gemeinschaften an.

Kein Zufall: Der Regenbogen begrüßt uns

Die Themen „Abgeben-können“ und „die Gemeinschaft-Stärken“ sind heute Abend präsent. Entdecken der Charismen und Berufung des Einzelnen war gerade Thema der Gruppe in einem intensiven Gespräch mit dem Bischof von Aliwal, Michael Wuestenberg. Unsere Gruppe wächst zusammen. Wir sind eine neue geistliche Gemeinschaft. Das spüre ich heute Abend ganz stark. Obwohl aus verschiedenen Teilen des Bistums angereist, fühle ich das Band, das uns alle zusammenhält: Gott. Symbolisch dafür war gestern unsere Anreise nach Aliwal-North durch den Regen in eine sonnengeflutete Kleinstadt.

Begrüßt wurden wir von einem herrlichen Regenbogen – Zeichen des Bundes. Die Einheimischen erklärten uns wenig später, wie selten es hier regne, wie selten ein Regenbogen am Himmel zu sehen sei. So vielfältig wie die Farben des Regenbogens ist unsere Gruppe; ja, sind auch die Menschen hier. Schillernd und mit einem strahlenden Gesicht werden wir begrüßt. Der erste Kontakt mit unseren Gastgebern ist herzlich. Wir beziehen unsere Unterkunft in „Mount Carmel“. Es fällt mir auf, wie weitläufig hier alles ist. Viel Land für relativ wenig Menschen. Ein starker Kontrast zu Johannesburg, das auf unserer Reiseroute lag.

Vermeintliche Gemeinsamkeit? 

Bischof Michael berichtet, dass auch hier die Gemeinden kleiner werden; die Zahl der Katholiken nimmt ab. Allerdings weil viele Menschen aus wirtschaftlicher Not in die Großstädte und Ballungsräume abwandern (z. B. Johannesburg, Pretoria, Durban …). Was trotzdem Mut macht: Am Sonntag werden rund 30 Taufbewerber in der Kathedrale begrüßt – wir dürfen dabei sein.

Sorgt euch nicht …

Unser abendlicher Austausch ist geprägt von einem Augenzwinkern: Das Flughafen-Personal in Johannesburg hat Freddis, also Pfarrer Alfred Müllers Koffer verschlampt. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Auch das kann symbolisch sein: Ankommen, neu anfangen lernen – ohne (Reise-) Ballast, dafür mit Improvisation. So kann es weitergehen.

Das Kreuz verbindet – immer unter Gleichgesinnten

Was hat mich heute besonders darin bestärkt, in unserer Kirche aktiv zu sein? Du kannst fahren, soweit du willst: Wir sind Weltkirche, du findest immer Gleichgesinnte – das Kreuz verbindet uns. Die Sache Jesu braucht Begeisterung, die haben wir alle und die finden wir auch hier in der Diözese Aliwal. Und das nicht als „Ferien-Christen“, sondern im Alltag mit all seinen Facetten. Über die Bürde des Kreuzes zur frohen Botschaft der Auferstehung – beides gehört zusammen. Denn egal wo ich hinkomme, ER ist schon da.

Von Bernd Wolf

PS: Freddis Koffer ist inzwischen – 24 Stunden später – gebracht worden.

Abendgebet – unsere Gruppe mit Bischof Michael Wüstenberg © Bistum Speyer

 

„We inspire Speyer“ – Gottesdienst mit Taufbewerbern

Mit diesem Wortspiel verabschiedete uns Bischof Wüstenberg am Ende eines spirituell tiefen Gottesdienstes in der Kathedrale von Aliwal, in dem 21 Männer und Frauen von sehr jung bis sehr alt in die Reihe der Taufkandidaten aufgenommen wurden. Der Bischof hob in seiner Predigt drei zentrale Punkte hervor:

  • Jeder hat der Würde von Gott Zeugnis abzulegen.
  • Du bist von Gott auserwählt.
  • Du bist Experte der Bibel.

Vor dem Schlusssegen haben wir den Taufbewerbern ein Geschenk aus Speyer überreicht: jeder erhielt ein Kreuz, das zum Domjubiläum angefertigt wurde, was für die Taufbewerber und für uns ein bewegender Moment war, der uns tief verbunden hat. Die Lebensfreude dieser Menschen drückte sich in den Gesängen aus und hat auch uns mitgerissen. Diese Begeisterung nahm die Gemeinde mit nach draußen zu einer gemeinsamen Feier mit Imbiss im Gemeindesaal.

Nach dem Mittagessen und einem herzlichen Abschied sind wir in zwei Gruppen in unseren neuen Standorten in Dordrecht und Sterkspruit aufgebrochen. Wir sind gespannt auf unsere neuen Erfahrungen, die uns erwarten und freuen uns zugleich auf die Rückkehr nach Aliwal.

Von Alexandria Pfeifer, Bernd Wolf, Freddy Müller, Wolfgang Appel (Kundschafter aus den Pfarreien hl. Theresia von Avila, Neustadt, und hl. Elisabeth, Grünstadt)

 

Konferenz zur Entwicklung kirchlichen Lebens

Ein Bischof, fünf Priester und zwei Ordensschwestern – das sind zwei Drittel der hauptamtlichen Mitarbeiter des Bistums! Sie informieren uns über die Schwerpunkte ihrer Konferenz: Kleine Christliche Gemeinschaften und Leadership. © Bistum Speyer

Wir waren heute Gäste bei einem Treffen von Vertretern der Gemeinden und Gemeinschaften aus einer Region Aliwal, also eine Art diözesanem Forum im Kleinen. Etwa 50 Frauen und Männer waren gekommen, um mit Bischof und Generalvikar über die weitere Entwicklung des kirchlichen Lebens und insbesondere der Kleinen Christlichen Gemeinschaften zu sprechen. Diese Treffen finden etwa zwei Mal im Jahr statt. Im Bistum Aliwal gibt es über 700 Ehrenamtliche, die in einem längeren Prozess von Gläubigen und einem Bischof als Leader beauftragt und qualifiziert wurden. Die Atmosphäre der Konferenz war engagiert, optimistisch, aber auch ehrlich auf die Grenzen der eigenen Möglichkeiten schauend.

In Kleingruppen beschäftigten sich die Leader mit den Themen Situation der Sonntagsgottesdienste, Qualität und Ausbildung von Leadern, Weiterentwicklung der Gemeinschaften und die Zukunft der kirchlichen Gebäude. Die Methodik der Moderation und Präsentation hätten wir so auch in unseren Speyerer Veranstaltungen wiederfinden können. Besonders ergriffen hat uns der stimmungsvolle Gesang, das Selbstbewusstsein, die Begeisterung und Motivation der Teilnehmer. Die Konferenz endete mit einem gemeinsamen Essen aller Teilnehmer – wir Speyerer erhielten als Ehrengäste eine Tafel, während die Einheimischen ihren Teller auf dem Schoß balancierten.

Gemeinsames Kaffeetrinken mit dem Bischof. © Bistum Speyer

Am Nachmittag stand ein Besuch der kirchlichen Einrichtungen in Aliwal auf dem Programm. Abgeschlossen mit einem vom Bischof selbst gekochten Kaffee in seinem Haus. Morgen sind wir bei einem großen Gottesdienst zur Aufnahme der Katechumenen dabei (wie er fast gleichzeitig im Speyerer Dom gefeiert wird), am Nachmittag teilt sich unsere Gruppe für eine Woche um unterschiedliche Regionen des Bistums zu besuchen.

Von Wolfgang Appel und Artur Kessler

2 Kommentare

  1. Theosoph343

    Ein Mensch sollte eine Gottesvorstellung nicht vorgegeben bekommen, sondern entsprechend seinen eigenen Wünschen (und Erkenntnissen) entwickeln. Ein Beispiel einer Gottesvorstellung ist: Die Natur ist Gott, wobei es einen Bereich in der Natur gibt, der dem Menschen (oder dem Ich-Bewusstsein des Menschen) ewig verborgen sind. Gott ist kein Schöpfer. Gott ist nicht auf die Weise allmächtig, dass er z. B. einen unbelehrbaren Raucher retten kann. Christus ist nicht der Sohn Gottes. Der Mensch (oder das Ich-Bewusstsein des Menschen) kann mystische Erfahrungen (und Wunderheilungen) nicht bewirken, sondern nur vorbereiten. Wenn einmal keine mystischen Erfahrungen mehr gemacht werden, so bedeutet dies nicht, dass mystische Erfahrungen grundsätzlich nicht möglich sind. Sondern in diesem Fall werden die Menschen die Möglichkeit von mystischen Erfahrungen zunichtegemacht haben.
    Ein Mensch sollte seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Es ist wichtig, gesundheitsbewusst zu leben und sich unegoistisch zu verhalten. Es ist sinnvoll, die körperliche Leistungsfähigkeit zu vergrößern, diverse Herausforderungen zu meistern, immer mehr für den Naturschutz zu tun usw. Und dann sollte man sich morgens unmittelbar nach dem Aufwachen auf einen Wunsch konzentrieren und sich (nochmal) in den Schlaf sinken lassen. Traumsteuerung (einschließlich Heilen wie Jesus), Traumdeutung, Zeitdehnung usw. gehören zur ersten Stufe. Dann kommt die zweite Stufe (Tiefschlaf-Yoga usw.), die dritte Stufe usw. Die Bedeutung eines symbolischen Traumgeschehens kann individuell verschieden sein und kann sich im Laufe der Zeit ändern. Bestimmte Meditations- und Yoga-Techniken, Hypnose, Präkognition usw. sind gefährlich. Luzides Träumen kann gefährlich sein. Man kann ohne luzides Träumen durch Traumsteuerung zu mystischen Erfahrungen gelangen.
    Die Wissenschaft darf nicht alles erforschen. Es ist z. B. gefährlich, wenn ein Mensch erforscht, ob er einen freien Willen hat. Es ist denkbar, dass ein Mensch gerade durch die Erforschung der Beschaffenheit des Willens seinen freien Willen verliert. Es bedeutet auch eine Entheiligung der Natur, wenn Traumforscher die Hirnströme von Schlafenden messen. Zudem müssen die Gefahren der Technologie immer weiter verringert werden. Es ist z. B. falsch, Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen. Hilfreich sind auf der ersten Stufe Öko-Fortbewegungsmittel (klein, leicht, billig, langlebig usw.), Linsermethode gegen Krampfadern, Flexitarismus (höchstens 300 g Fleisch pro Woche) usw. Man sollte ggf. umziehen in eine Region mit weniger Kälte. Es muss einen technischen Rückschritt (oder Stillstand) geben, sofern dies nicht schädlich ist; sonst einen Fortschritt. Es ist sinnvoll, die berufliche Arbeitszeit auf 1/4 zu reduzieren und nicht-berufliche Beschäftigung (in Arbeitsgruppen, Selbststudium usw.) zu fördern. Dann kommt die zweite Stufe (Verlangsamung des techn. Fortschritts, Wohncontainer mit Wandstärke 3 cm, Vegetarismus usw.), die dritte Stufe usw.

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