Erste Tour mit der „Mobilen Klinik“

Die zweite Station: Sprechstunde. © Derenthal

In der vergangenen Woche bin ich wieder unterwegs gewesen – als Priester in meinem Pfarrbezirk am Ubangui und als Krankenpfleger mit unserer mobilen Klinik.

Das Projekt des „Équipe Mobile“, zu Deutsch „Mobile Gesundheitsstation“, hatte 2007 damit begonnen, dass eine französische Ordens- und Krankenschwester die Priester in Alindao manchmal auf ihren Touren durch die Dörfer begleitete und dabei kranke Menschen, vor allem Kinder, behandelte. Ein Jahr später bin ich in Alindao als „coopérant“ und Missionar auf Zeit eingetroffen, und Bischof Peter hat mir den Ausbau dieses Projektes anvertraut.

Und so haben wir angefangen, regelmäßig in abgelegene Dörfer zu fahren, Sprechstunden anzubieten, zu behandeln, was mit unseren Mitteln zu behandeln war, aber auch Kurse in Ersthilfe und Prävention durchzuführen. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland hatte eine französische Apothekerin meinen Posten übernommen. Dann kam der Putsch. Alindao wurde am 5. Januar 2013 von den Séléka-Rebellen eingenommen. Einige Zeit später wurden die Räume des „Équipe Mobile“ geplündert und das Auto gestohlen. Die drei Mitarbeiter/innen flohen nach Bangui, in den Kongo, nach Bangassou. Das Projekt war erst einmal gestorben.

Die erste Station: Empfang, Aufnahme, Wiegen. Das macht Léon. © Derenthal

Im vergangenen Jahr kam Schwester Yvette, die kongolesische Krankenschwester, für eine gewisse Zeit nach Alindao zurück. Das Kindermissionswerk „Sternsinger“ in Aachen hatte mit Spendengeldern aus Deutschland einen neuen Geländewagen finanziert und so konnte Schwester Yvette zwei Touren mit dem Équipe Mobile unternehmen. Danach wurde sie aber definitiv nach Bangui versetzt, die Schwestern kehren nicht mehr nach Alindao zurück.

Als ich im Oktober vergangenen Jahres wieder in die Zentralafrikanische Republik kam, um als Missionar in Mobaye zu arbeiten, hat mir Bischof Cyr-Nestor erneut die Aufgabe des Koordinators für Gesundheitsprojekte übertragen. Und auch wieder die Leitung des „Équipe Mobile“. Nun gebe ich zu, dass ich mich erst einmal in meine neue Aufgabe als Priester einarbeiten musste und noch weiterhin muss; deshalb hat es mit einer ersten Fahrt mit dem Équipe Mobile bis in den April hinein gedauert.

Manche warten stundenlang. © Derenthal

Glücklicherweise konnte ich Mama Marie-Antoinette, die in den Kongo geflohen war, wieder für eine neue Anstellung in der Diözese gewinnen. Wir haben das kleine katholische Krankenhaus in Zangba wiedereröffnet; da ist sie nun die Leiterin. Davon will ich in einem späteren Eintrag berichten. Sie macht aber auch wieder mit bei den Touren des Équipe Mobile.

Alles wieder neu anfangen … Wie so oft in der Zentralafrikanischen Republik. Aber nicht bei Null!

Die Dritte Station: Apotheke und Behandlung. Hier mache ich zur Kontrolle einen Malaria-Schnelltest. © Derenthal

Und so haben wir uns auf den Weg gemacht nach Kpossengue, eine meiner 19 Außenstationen. Dorthin, wo man zunächst drei Stunden mit dem Boot unterwegs ist und dann zwölf Kilometer zu Fuß zurücklegen muss. Aber irgendwie mag ich diese kleine Gemeinde ganz besonders. Jedoch: Gesundheitsversorgung für die Menschen gibt es weit und breit keine; deshalb habe ich diesen Ort ausgewählt, um dort drei Tage lang mit dem Team zu arbeiten.

Wie damals als „coopérant“ und Missionar auf Zeit. Die Fotos zeigen dieselben Motive wie in den Jahren 2008-2011. Nur dass ich dieses Mal morgens noch eine Messe feiern durfte.

Von Olaf Derenthal

Olaf Derenthal, Spiritaner, Missionar und Krankenpfleger, lebt und arbeitet seit Oktober 2016 in der Zentralafrikanischen Republik. Mit zwei Mitbrüdern begleitet er die junge Kirche in der Pfarrei Mobaye und arbeitet als Koordinator für Gesundheitsprojekte der Diözese Alindao.

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