Stacheldraht vor der Haustür

Zugang zu der Siedlung haben nur die Bewohner oder Gäste. ©Jan Kaatze/Kindermissionswerk

Läuft man in Guadalajara durch die Straßen, so fällt einem sehr schnell auf, wie viele Zäune es hier doch gibt. Vor vielen Häusern befindet sich ein Tor und die Fenster sind mit Gittern abgedeckt. Dieser Anblick kann einen vor allem am Anfang schon ziemlich verunsichern. Schnell fragt man sich, ob man hier überhaupt vor die Tür gehen kann, was sehr schade ist, da der größte Teil der Menschen, denen ich hier begegnet bin, wirklich unglaublich hilfsbereit und freundlich war.

Vor allem in den neueren und etwas wohlhabenderen Vierteln, außerhalb der Innenstadt, findet man oft Wohngebiete, die komplett eingezäunt sind. Am Eingang trifft man meist auf mehrere Sicherheitsleute.

Etwas stört auf diesem Bild. © Jan Kaatze/Kindermissionswerk

Ganz so schlimm, wie es sich jetzt anhört ist es jedoch nicht. Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, dass ich vor dem Rausgehen erst durch mehrere Türen muss und am Abend nicht alleine herumlaufen sollte.

Hier wohne ich. © Jan Kaatze/Kindermissionswerk

Dennoch sollte man stets abwägen, in welche Straßen man gehen kann und um welche man vielleicht doch lieber einen Bogen macht. Doch abgesehen davon lebt es sich hier unglaublich gut. Bereits nach wenigen Tagen habe ich viele neue Leute kennen gelernt.

Ausblick in „La Barranca“. Da es hier ziemlich bergig ist, stößt man ständig auf solche Ausblicke, welche vor allem bei Nacht unheimlich schön anzusehen sind. © Jan Kaatze/Kindermissionswerk

Und was isst man hier jetzt eigentlich?

Das kann man eigentlich gar nicht so verallgemeinern. Der größte Teil des Essens besteht dennoch aus Bohnen (Frijoles), Fleisch und Maismehl, woraus unter anderem die Tortillas gemacht werden. Dazu kommen jedoch unzählige andere Lebensmittel wie zum Beispiel: Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Gemüse. Und – ganz wichtig – die Salsa darf natürlich nicht fehlen und schmeckt auch fast zu allem gut.

Bohnen mit Totillas und Brot. © Jan Kaatze/Kindermissionswerk

Eingekauft wird meist im Supermarkt. Doch auch die regionalen Märkte, an denen das Obst und Gemüse meist viel frischer und leckerer ist, sind gerade am Nachmittag gut besucht.

Ja ich weiß, wahrscheinlich wollt ihr jetzt endlich auch mal erfahren was ich so in der Schule mache. Da die Schule erst vor einer Woche angefangen hat, bin ich noch nicht so wirklich in den Schulalltag eingespannt. Ich versuche jedoch, möglichst niemandem auf den Füßen zu stehen und zu helfen, falls jemand gerade Hilfe braucht. Dann bekommt man zwar oft so Aufgaben wie: 3. 000 Schulbücher zu Stapeln machen und mit zuvor geschnittenen Papierstreifen zusammenkleben. Zugegebenerweise ein recht einseitiges Beispiel. Aber trotzdem wird es nie langweilig an der Schule und ich habe das Gefühl etwas Sinnvolles zu machen.

Jedes Schulkind bekommt ein Paket mit den Büchern jedes Faches. ©Jan Kaatze/Kindermissionswerk

Leider hat mein Bauch das Essen bis jetzt noch nicht so gut verkraftet, weshalb ich die letzten Tage mit Grippe und Fieber im Bett geblieben bin und auch die nächsten Tage leider Zuhause bleiben muss…

Ich halte euch auf dem Laufenden!

Bis Bald

Von Jan Kaatze

Dieser Blogeintrag stammt aus dem Sternsingerblog der Freiwilligen und wurde mit freundlicher Genehmigung von „Die Sternsinger“ und Missio verwendet.

Über Jan: Hallo! Ich heiße Jan Kaatze, bin 19 Jahre alt und wohne in Essen – doch nicht mehr lange. Denn schon bald werde ich meinen Freiwilligendienst in 9.540 Kilometer Entfernung beginnen. Für ein Jahr werde ich in Guadalajara, der zweitgrößten Stadt Mexikos, in dem Projekt „LA BARRANCA“ tätig sein. Hierbei handelt es sich um eine Schuleinrichtung, welche momentan fast 600 Kindern die Chance auf gute Bildung ermöglicht. Mit meinen Blogeinträgen möchte ich einen Einblick in meine Erlebnisse und Eindrücke vor Ort geben.

Mehr Infos zum Freiwilligendienst gibt es auf mein-eine-welt-jahr.de.

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