Fest der Unabhängigkeit

Unabhängikeitsparade am 14. September. © S. Abrantes Diaz

Laute Rufe, viele Trommeln, tanzende Nicas und eine Menge „Viva Nicaragua!“-Rufe erfüllten letzte Woche den Unabhängigkeitstag. Am 14. September war der Höhepunkt wochenlanger Vorbereitungen endlich Wirklichkeit geworden.

Im Allgemeinen habe ich schon festgestellt, dass in Nicaragua tatsächlich viel gefeiert wird. Es gibt immer einen Anlass, um laute Musik zu hören, Folklore (so nennt man den hier typischen Volkstanz) zu tanzen oder eine Piñata aufzuhängen. Begleitet wird das Ganze meistens von lauten Trommeln und einer Menge Freude!

Sandra mit ihrer Gastschwester. © S. Abrantes Diaz

Überall schienen sich die Menschen auf den 14. September vorzubereiten. In den Schulen wurden viele Sachen zu diesem Thema gebastelt und besonders viele Nachmittage für den Umzug geübt. Ja genau, anlässlich des Unabhängigkeitstags gab es hier in Granada einen großen Umzug, der von Schülern gestaltet wurde.

Dabei war es für mich besonders beeindruckend, dass die besten Schüler in verschiedenen Kategorien (Sport, Mathematik, Kunst) und Altersklassen geehrt wurden. Hier ist es von großer Bedeutung zu den besten Schülern zu gehören, was – wenn wir mal ehrlich sind – in Deutschland nicht der Ehrgeiz der meisten Schüler ist.

Umgeben vom Nicaragua-See. © S. Abrantes Diaz

Während die Besten auf der Bühne Platz nahmen, führte jede Schule mit ihren besten Schülern einen kleinen Akt vor. Diese waren entweder eine Tanzchoreografie oder ein Marsch mit Fahnenschwenken. Da meine Gastschwester in ihrem Jahrgang Primatin ist, hatte sie ebenfalls die große Ehre, eine Fahne tragen zu dürfen!

Da dieser Tag so wichtig für die Nicas ist, gibt es hier eine ganze Woche Ferien! Ja, also ganz so gut hatte ich es nicht, weil ich eine normale Arbeitswoche hatte. Während sich also viele Mädchen und alle Erzieherinnen in die Ferien verabschiedeten, ging der Alltag im Heim natürlich weiter. So genoss ich das erste Mal eine Stille im Heim und entspannte Tage, an denen wir viel gebastelt und zusammen gekocht haben. Trotz allem habe ich natürlich nicht die Festlichkeiten verpasst!

Mit anderen Freiwilligen auf Erkundungstour. Hinter uns der Vulkan. © S. Abrantes Diaz

Irgendwie wollte ich dann doch noch die Ferien ausnutzen (auch wenn es eigentlich ein normales Wochenende für mich war) und verbrachte zwei Tage auf der Vulkaninsel „Ometepe“. Zusammen mit einer Freiwilligen fuhren wir nach Rivas und danach weiter mit der Fähre auf die Insel, ins Grüne. Dort trafen wir noch auf zwei Deutsche, die auf der Insel wohnen. Obwohl wir Pech mit dem Wetter hatten, konnten wir sehr gut entspannen und ich bin erholt in diese Woche gestartet.

Meine Arbeit im Heim läuft weiterhin sehr gut. Ich verbringe viel Zeit hier und mir macht es auch sehr viel Spaß! Ich habe mir jetzt auch ein Spanisch-Nica-Wörterbuch zugelegt, denn auch ich muss hier einiges von ‚meinen‘ Mädels lernen!

Bis bald 🙂

Von Sandra Abrantes Diaz

Dieser Blogeintrag stammt aus dem Sternsingerblog der Freiwilligen und wurde mit freundlicher Genehmigung von „Die Sternsinger“ und Missio verwendet.

Über Sandra: Hola! Ich bin Sandra Abrantes Diaz, 18 Jahre und komme aus Neuss, einem kleinen Städtchen bei Düsseldorf am Rhein. Von hier werde ich meine Reise nach Nicaragua antreten, um dort in der drittgrößten Stadt, Granada, zu leben. Ich werde in dem Mädchenheim „Madre Albertina“, welches Obhut für missbrauchte uns benachteiligte Mädchen bietet, mitarbeiten. Voller Vorfreude werde ich am 2. August meinen Freiwilligendienst in über 9 000 Kilometern Entfernung antreten. Damit ich meine Erfahrungen mit euch teilen kann, freue ich mich, regelmäßig bloggen zu können.

Mehr Infos zum Freiwilligendienst gibt es auf mein-eine-welt-jahr.de.

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