Und immer wieder den Gott des Lebens feiern

Regenbogen über Mobaye. © O. Derenthal

„Und Gott sprach: Balle ich Wolken über Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen.“  (Gen 9, 14f)

Auch die vergangene Woche hat keine Veränderung der Lage in Mobaye und Umgebung gebracht. Die bewaffneten Gruppen stehen sich weiter kompromisslos gegenüber. Während die Séléka-Rebellen in Mobaye die letzten leer stehenden Häuser plündern – unter anderem auch wieder unser Pfarrhaus – warten die Antibalaka-Kämpfer ab und versuchen, sich hier auf kongolesischer Seite unter den Flüchtlingen Geld und Munition zu beschaffen.

Flüchtlinge auf der kongolesischen Seite beobachten den Brand in Mobaye, Zentralafrikanische Republik. © UNHCR/A.Kirchhof

An einen kleinen Strohhalm Hoffnung klammern sich die Menschen dennoch. Und wir mit ihnen: Neue Präfekten sind ernannt worden (vielleicht am ehesten mit „Ministerpräsidenten“ der Bundesländer zu vergleichen). Der für die Basse-Kotto ist ein ranghoher Soldat. Und so erhoffen sich nun alle, dass mit ihm unabhängiges zentralafrikanisches Militär eintreffen wird, das beide Rebellen-Gruppen entwaffnet und ein gewisses Maß an Sicherheit wiederherstellt. Aber vielleicht sind unsere Erwartungen auch zu utopisch.

Und doch ist da weiterhin jene Hoffnung, die nicht zerbrechen kann wie ein Strohhalm: unser Gott, der das Leben will und nicht den Tod. Diesen Gott feiern wir hier jeden Tag und erinnern uns an jene große Verheißung, die uns allen zugesagt ist: „…und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“ (Offb 21,3f).

Von Pater Olaf Derenthal

Olaf Derenthal, Spiritaner, Missionar und Krankenpfleger, lebt und arbeitet seit Oktober 2016 in der Zentralafrikanischen Republik. Mit zwei Mitbrüdern begleitet er die junge Kirche in der Pfarrei Mobaye und arbeitet als Koordinator für Gesundheitsprojekte der Diözese Alindao. Wegen zunehmender Konflikte zwischen den Rebellen dort ist er mit seinen Mitbrüdern vorübergehend in den benachbarten Kongo geflohen.

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