Ökumene und Weltkirche

Die Ökumenische Pilgerreise durch das Heilige Land ist rundum gelungen. Die neun katholischen Bischöfe und die neun protestantischen Kirchenvertreter haben ein wichtiges Zeugnis für die Christenheit abgelegt.

Sie haben Einheit in Jesus Christus erfahren; sie werden „den Schatz dieser Erkenntnisse“ weitertragen. Die Ökumenische Pilgerreise wird positive Ausstrahlung auf das Jahr 2017 haben, in dem an die Reformation vor 500 Jahren gedacht wird. Sie wird dazu beitragen, dass dieses Gedenkjahr ein „Christusfest“ auf dem Weg zur Einheit der Christen wird.

Während der Woche im Heiligen Land sind sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zu denen ich gehören durfte, vor allem auf drei Ebenen näher gekommen:

  • Auf der kognitiven! Wir haben uns über unsere Biographien, Einstellungen und Lebenswirklichkeit sowie über unser Arbeiten ausgetauscht.
  • Auf der empathischen und emotionalen! Wir sind uns menschlich näher gekommen und verstehen uns besser.
  • Auf der religiösen! Wir haben zusammen die Heilige Schrift gelesen, meditiert, gebetet, Gottesdienste gefeiert und sind auf den Spuren Jesu miteinander gegangen.

Wir haben auch erfahren, dass Ökumene andere Elemente braucht als Kommissionsarbeit und Symposien, theologische Diskussionen und Konsenspapiere. Zusammen auf Gottes Wort hören und es meditieren, schweigen, singen und beten werden in Zukunft in der Ökumene eine größere Rolle spielen.

Wir haben auch erkannt, wie wichtig Evangelisierung heutzutage ist. Zum Heiligen Land gehören Israel und Palästina, aber auch Syrien und die Türkei, friedlose Nationen, die sich derzeit auch wieder im Krieg befinden. Das Evangelium kündet Frieden und fordert Gerechtigkeit, es verheißt Versöhnung und ruft zur Solidarität auf. Die Ökumenische Pilgerfahrt hat uns gezeigt, dass wir um Christi und der Menschen Willen missionarischer werden müssen. Für die Evangelisierung ist die Einheit der Christen eine wichtige Voraussetzung.

Die Ökumenische Pilgerfahrt hat uns gezeigt, dass wir um Christi und der Menschen Willen missionarischer werden müssen.

Im Heiligen Land treffen sich alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Dadurch ist uns auch erneut deutlich geworden, dass die Ökumene nicht bei katholisch und protestantisch stehen bleiben kann. Die Orthodoxie und die orthodoxen Kirchen müssen einbezogen werden und ebenso die neuen pentekostalen und charismatischen Kirchen, die derzeit stärker werden. Alle sollen eins sein!

Das Land Jesu ist auch ein Schmelztiegel der Religionen, vor allem der abrahamitischen – Juden, Christen und Muslime. Wir haben erkannt, dass wir den interreligiösen Dialog dort, bei uns und weltweit pflegen müssen, damit die Religionen zum Frieden in der Welt beitragen.

Die Ökumenische Pilgerreise hat einen guten Ertrag gebracht und sendet uns mit wichtigen Aufträgen ins Jahr 2017 und in die weitere Zukunft.

Von Erzbischof Dr. Ludwig Schick

Hintergrund

Vom 16. bis 22. Oktober 2016 sind jeweils neun Mitglieder des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zu verschiedenen Orten im Heiligen Land gepilgert. Diese erste gemeinsame Reise beider Kirchen endete somit unmittelbar vor Beginn des Reformationsjahres 2017. Die Pilgerreise verstand sich als gemeinsamer Auftakt zu dem zwischen beiden Kirchen verabredeten Christusfest.

Gemeinsame Botschaft von EKD und DBK zum Abschluss der Ökumenischen Pilgerreise

Teilnehmer der Reise vonseiten der EKD:

  • Ratsvorsitzender der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm (München)
  • Stellv. Ratsvorsitzende Präses Annette Kurschus (Bielefeld)
  • Präses der Synode der EKD Dr. Irmgard Schwaetzer (Berlin)
  • Bischöfin Kirsten Fehrs (Hamburg)
  • Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg)
  • Prof. Dr. Elisabeth Gräb-Schmidt (Tübingen)
  • Prof. Dr. Jacob Joussen (Düsseldorf)
  • Prof. Dr. Dr. Andreas Barner (Ingelheim)
  • Direktorin Marlehn Thieme (Bad Soden)
  • der Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD, Dr. Thies Gundlach.

Teilnehmer der Reise vonseiten der Deutschen Bischofskonferenz:

  • Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München und Freising)
  • Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg)
  • Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch (Freiburg)
  • Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier)
  • Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück)
  • Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg)
  • Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen)
  • Weihbischof em. Dr. Hans-Jochen Jaschke (Hamburg)
  • Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Hildesheim)
  • Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ.

1 Kommentare

  1. Klaus Holz

    Was sich Bedford-Strohm und Marx als eine Art Max und Moritz geleistet haben, als sie ihre Kreuze ablegten, begeistert mich überhaupt nicht!!!!!

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